Hanau 'E'epe – die zweite Siedlergruppe der Osterinsel

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  1. Bedeutung von Hanau 'E'epe
  2. Woher kamen die Hanau 'E'epe?

Hanau 'E'epe hieß die zweite Gruppe von Siedlern, die die Osterinsel erreichte. Es gibt sie nur in Legenden, denn angeblich haben ihre Rivalen, die Hanau Momoko, alle bis auf einen getötet.

Den Legenden zufolge hatten die Hanau 'E'epe den Brauch, ihre Ohrläppchen zu dehnen. Als im 18. Jahrhundert die ersten Europäer kamen, wurde dieser Brauch noch gepflegt – was darauf hindeutet, dass die Hanau Momoko ihn übernommen hatten.

Da der Name der ersten Siedlerwelle, Hanau Momoko, darauf hindeutet, dass diese groß gewachsen waren, folgt daraus, dass die Hanau 'E'epe kleiner waren als die Hanau Momoko.

Bedeutung von Hanau 'E'epe

Für Hanau 'E'epe gibt es zwei mögliche Übersetzungen:

  1. 'E'epe bedeutet als ungebeugtes Wort in der Sprache Rapa Nui massig oder breit. Hanau 'E'epe ließe sich demnach mit massige Menschen übersetzen – eine Anspielung darauf, dass sie nicht so groß waren wie die Hanau Momoko.
  2. In polynesischen Sprachen wie Rapa Nui werden Wortteile verdoppelt, wenn von mehreren Personen die Rede ist. Ein Beispiel ist moko (Eidechse), das in Hanau Momoko zu momoko wird – Eidechsenmenschen. Auf Rapa Nui bedeutet das Wort 'epe Ohrläppchen, und nach der Grammatik des Rapa Nui wäre es völlig korrekt, dieses Wort auf dieselbe Weise zu 'e'epe zu verdoppeln, wenn von mehreren Personen die Rede ist. Hanau 'E'epe würde dann Ohrläppchen-Menschen bedeuten.

Nach dem, was die Legenden über die Hanau 'E'epe erzählen, ergeben beide Übersetzungen durchaus Sinn. Vielleicht erhielt die zweite Siedlergruppe ihren Namen sogar mit Blick auf beide Bedeutungen.

Woher kamen die Hanau 'E'epe?

Ein Moai aus Trachyt auf der Halbinsel Poike
Ein Moai aus Trachyt auf der Halbinsel Poike

Den Legenden zufolge unterschieden sich die Hanau 'E'epe in Körperbau, Sprache und Bräuchen (gedehnte Ohrläppchen) von den Hanau Momoko – ein Hinweis darauf, dass sie keine Polynesier waren. Als Herkunft käme der Kontinent infrage, der heute Lateinamerika heißt: Seine Ureinwohner sind kleiner als Polynesier und hatten ganz sicher eine andere Kultur.

Die einzige nichtpolynesische Zivilisation in der Nähe, die für eine Fahrt in den Pazifik weit genug entwickelt war, wäre das Inkareich gewesen.

Eine Inka-Legende erzählt von einem ihrer Könige, der in den Pazifik hinaussegelte. In mehrfacher Hinsicht wäre es schlüssig, dass diese Inka dieselben waren wie die Hanau 'E'epe:

  1. Inka von höherem Rang dehnten ihre Ohrläppchen – genau wie die Hanau 'E'epe.
  2. Die Inka waren kleiner als Polynesier und hatten eine andere Sprache.
  3. Das Inkareich bestand zur selben Zeit wie die Ära der Moai-Bildhauerei auf Rapa Nui.
  4. Die Hanau 'E'epe wollten die Hanau Momoko versklaven und das Land übernehmen – was ziemlich königlich anmutet, besonders für einen König aus einem großen Reich.

Hinzu kommt, dass das Monument Ahu Tahira in Vinapu dem Steinmauerwerk der Inka ähnelt. Die Rapa Nui waren brillante Statuenbauer, doch ihre Steinmauern waren meist rein zweckmäßig: Man suchte Steine aus, die zusammenzupassen schienen, und beließ ihnen ihre natürliche Form. Es gibt zwar einige Ahu mit Steinen, die für einen besseren Sitz bearbeitet wurden (etwa am Ahu Tepeu). Doch keine Steinmauer auf Rapa Nui kam der perfekten Technik des Ahu Tahira je auch nur nahe – was darauf hindeutet, dass die Plattform nicht von denselben Menschen errichtet wurde. Natürlich hätten die Inka nicht die Meistersteinmetze von Machu Picchu (der königlichen Inkastadt) auf ein Abenteuer übers Meer geschickt, doch Angehörige derselben Kultur hatten sicher genug gesehen, um einige Techniken aus der Heimat anzuwenden.