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Hoch oben am Kraterrand des Rano Kau blicken die Steinhäuser von Orongo auf Motu Nui, wo sich alljährlich das Wettrennen um das Ei des tangata manu abspielte.


Orongo (in der Schreibweise der Rapa Nui 'Oroŋo) ist das Zeremonialdorf, das die Rapa Nui in der Vogelmann-Ära nutzten. Es liegt am Rand des Vulkans Rano Kau mit Blick aufs Meer. Die Häuser sind nicht die üblichen hare vaka („Bootshäuser“), sondern ganz aus Stein gebaut – genauer gesagt aus einem Stein, den die Rapa Nui kehu nennen: einem flachen, massiven Stein (im Gegensatz zum gewöhnlichen leichten Vulkangestein voller kleiner Luftbläschen). Dank dieses Materials überstehen die Häuser die starken Winde oben auf dem Vulkan.
Im Lauf der Jahrhunderte waren die Häuser mehr oder weniger stark verfallen. 1974 und 1976 restaurierte ein Team unter der Leitung des amerikanischen Archäologen William Mulloy sämtliche Häuser.
Der Wettkampf des Tangata Manu
Hier fanden die alljährlichen „Vogelmann“-Wettkämpfe statt, bei denen je ein Vertreter jedes Stammes antrat. Die Teilnehmer kletterten mehr als 200 m die Steilwand hinab, schwammen zum Inselchen Motu Nui hinaus, holten ein frisch gelegtes Ei des Manutara-Vogels, schwammen zurück und kletterten die Klippe wieder hinauf. Wer als Erster mit einem unversehrten Ei zurückkehrte, wurde zum Sieger erklärt und genoss zwölf Monate lang die Privilegien des Königs. Außerdem durfte er sich eine der Jungfrauen aus der Höhle Ana O Keke („Jungfrauenhöhle“) zur Frau wählen, in der die Mädchen eingeschlossen worden waren, damit ihre Haut hell wurde – das galt als Zeichen von Schönheit.
Tipp
Der Wind weht unerbittlich – ziehen Sie sich im Zwiebellook an. Mehr zum Vogelmann-Kult erfahren Sie bei Ana O Keke und Ana Kai Tangata.
Lage
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