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Ein Fest für Technikbegeisterte: Die Mauer des Ahu Tahira wirkt so fugendicht wie bei den Inka – und ist doch polynesisches Mauerwerk, das für großes einheimisches Können spricht.
Vinapu (in der Sprache Rapa Nui Vinapū) ist ein Küstengebiet im Südwesten von Rapa Nui. Hier liegen zwei Ahu-Plattformen – Ahu Vinapu und Ahu Tahira –, beide mit Moai-Statuen und Pukao aus der Spätzeit. Der Ahu Tahira ist für die Insel von höchster Bedeutung, denn die Präzision seiner Steinmauer ist auf Rapa Nui unerreicht.
Ahu Tahira


Der Ahu Tahira besitzt die mit Abstand am perfektesten gefügte Ahu-Mauer von Rapa Nui. Hinter den makellosen Fugen des Ahu Tahira steckt ein anderes bautechnisches Prinzip als bei praktisch allen anderen Ahu: Die Steinblöcke wurden eigens zugehauen und geschliffen, bis sie perfekt passten – statt natürlich geformte Steine nach dem Zufallsprinzip zusammenzusetzen. Die Rückwand ist bis heute in tadellosem Zustand, abgesehen vom mittleren Teil, der 1886 der zerstörerischen Neugier des amerikanischen Archäologen William J. Thomson im Weg stand.
Kontakt mit dem Inkareich
Die hohe Steinmetzkunst, die der Ahu Tahira zeigt, passt eigentlich weder zu Rapa Nui noch zum übrigen Polynesien. Viele schließen daraus auf Kontakte mit einer anderen Zivilisation. Am wahrscheinlichsten wäre das Inkareich, das zur selben Zeit wie die Hochkultur von Rapa Nui bestand (16. Jahrhundert) – und die Inka gelten bekanntlich als Meister des Mauerbaus.
Legenden berichten von einer zweiten Siedlerwelle, die die Osterinsel erreichte. Um die beiden Völker zu unterscheiden, nannte man das erste Hanau Momoko und das zweite Hanau 'E'epe. William J. Thomson hörte 1886 von der Überlieferung, Vinapu sei die Heimat der Hanau 'E'epe gewesen – demnach hätten sie den Ahu Vinapu und den Ahu Tahira errichtet. Die Hanau 'E'epe waren ausschließlich Männer; als sie in andere Stämme einheirateten, verließen sie ihr ursprüngliches Gebiet Vinapu. Mehr über die Ankunft und Auslöschung der Hanau 'E'epe lesen Sie im Abschnitt Legenden.
Tipp
Im Vergleich zu Tongariki oft ruhig – ideal, um in Ruhe zu schauen. Lässt sich gut mit der Fahrt zum Flughafen oder einer Runde entlang der Südküste verbinden.
Lage
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